Wer sich den letzen Post durchgelesen hat, weiß ja, dass Johannes und Daniela für ein paar Tage auf hoher See sind. Wer dann noch die Nachrichten über "IKE" verfolgt hat, sollte dazu wissen, dass deren Route haargenau den Weg von diesem Sturm darstellt. Bin derbe auf deren Story gespannt :)
Für mich waren die letzen Tage ziemlich interessant. Da ich nämlich allein gewesen bin und das nur sehr schlecht vertrage bin ich also unter Leute und hab versucht
a) mein Englisch aufzubessern und
b) den "American Way of Life" kennen zu lernen.
Beides ist mir ein wenig gelungen.
Punkt a) der Liste oben habe ich mit der intensiven Liste nach einem Fahrrad abgearbeitet. Habe auch ein echt cooles gefunden. Ein rosa Cruiser - so wie man es aus den filmen kennt (naja, vielleicht nicht die Farbe^^) Gekaugt hab ichs auf Grund des Preises noch nicht - erstmal gucken, was mir eBay anbietet.
Die gerade eben beschrieben Zeilen beschreiben einen langen Tag, den ich in dern verschiedensten Geschäften an den unterschiedlichsten Orten in Boca Raton verbracht habe. Bis auf die Tatsache, dass man mir ein Rad für $5000 Dollar verkaufen wollte gibts da aber nicht viel mehr, was ich hier interessant rüber bringen könnte.
Kommen wir zu Punkt b). Super! :)
Ich habe dazu ein neues, kleines Album online gestellt.
Das beste: Es läuft, egal wann man nach Hause kommt Dr. House!!! Super! Sagte ich auch schon. Aber der Gute hat die super eigenschaft n coole Typ zu sein UND dabei in englisch so zu nuscheln und wortteile zu verschlucken, dass man dabei echt gut englisch lernt. Von wegen TV bildet nicht. PAPALAPAP!
Jetzt zu den wichtigsten Erfahrungen:
1. Gesund essen: Auf jeder Packung in den USA sind die Nährwerte prozentual bei einer 2000 Kcal - Diät angegeben. Bei uns wäre das keine Diät sondern normales Essen. Soll hier egal sein. Das Prinzip: Americans - be fit! Vielleicht wird man auch deswegen beim Joggen von allen Leuten gegrüßt. Allegemein ist das eine Riesengemeinschaft hier: Alle Sportler grüßen sich und lächeln. Toll. Sollte man in Dtschl auch einführen!
Zurück zum Essen: Man kann hier nicht gesund essen, wenn man nicht entweder reich ist, reich einheiratet oder Bankräuber ist und so von Zeit zu Zeit reich ist. Das mit dem Heiraten versuche ich hier gerade mal klarzumachen. Könnte mir gut vorstellen etwas länger hier zu bleiben :)
Ich habe versucht mich gesund zu ernähren - und habe dabei an einem Tag das Geld ausgegeben, was ich für die ganze Woche an Nahrungsmittel für Einkaufen eingeplant habe. MIES! Dazu ein kleines
Foto im neuen Album (einfach durchscrollen). P.S. Betrifft nur Frühstück und eine Sauce für Hotdog!
Und dann sollte man darauf achten, was man kauft. Immer nur Sachen holen, auf denen verbindliche Angaben wie "100 percent real cheese" gemacht wurden. Alles andere ist, öhm FURCHTERREGEND?
2. Beim Autofahren ist der Blinker tabu! Ich habe mich doch ein wenig blöd gefühlt, als ich zu Beginn (wie man das in Deutschlands auch gewöhnt ist) beim Abbiegen geblinkt habe. HAHA - Aussenseiter! Ok... ^^ Aber da konnte ich mich schon anpassen, für die BWLer unter uns: mich "assimilieren".
3. Klimaanlagen. Hier sind teilweise 90% (!) Luftfeuchtigkeit. Das ist das Einzige, woran ich mich wahrscheinlich niemals gewöhnen werde. Viel zu krass. Aber man hat mir gesagt, dass im Oktober, wenn das Thermometer nur noch rund 85° (=Fahrenheit, also ca. 30 Celsius) misst, ein wesentlich besseres Klima herrscht.
Aber das ist vielleicht auch ein Grund, warum alle hier nur Auto fahren. Da kann man die Antarktis nachahmen und wenigstens einigermaßen nicht ins Schwitzen kommen. Oder liegt es daran, dass man hier zu Fuß immer mindestens 10 minuten braucht, auch wenns nur zum Nachbarn ist? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich der einzige Trottel war, der hier zu Fuß in der Mittagshitze unterwegs war... Vollkommen unglaublich. Dass mich der Police-Officer nicht in die Klapse gesteckt hat, als ich noch frisch war. Nach 30 Minuten war ich soweit mich unter einen Baum zu setzen und zu kapitulieren.
Daher also die krankhafte Eigenschaft überall Minus 1000 Grad haben zu müssen. Wahrscheinlich hat hier jeder mal die Erfahrung gemacht wie ich und lebt seitdem in einem nicht enden wollenden posttraumatischen Zustand. Also merken wir uns: nie zu Fuß und sonst immer Jacke dabei sonst krank.
Das soll erstmal reichen. Da war noch mehr. Vielleicht kommts später nochmal. Auf jeden Fall ist dieser Teil des Landes nach einiger Umstellung auf jeden Fall eine feine Angelegenheit.
Und trotzdem muss man nicht alles über den Haufen werfen, wobei wir wieder beim Thema Ernähung sind. Denn zum Glück habe ich einen Laden gefunden der polnisches und deutsches Brot verkauft! Yeah man! Kost zwar 5 Dollar für ein paar Scheiben, aber DAS ist es Wert :) Mal sehen ob die auch Milch haben. Die Gallone im Benzinkanister ist mir nach 3 Tagen schlecht geworden. Komisch, hätt ich mir jetzt gar nicht denken können, dass man 3,7 Liter Milch nicht so schnell aufbrauchen kann...
Morgen gehts dann ab nach Miami, die beiden Münsteraner abholen und das Little Havanna besichtigen
Greetz from Boca!